Warnstreikwelle in Zeitungsredaktionen erreicht Mannheim

Mannheim. 29.05.18 |  Paradeplatz. MM Redakteure Streiken. Mit einer Aktion auf dem Paradeplatz haben knapp 30 streikende Redakteure des Mannheimer Morgen am Vormittag ihren Forderungen im aktuellen Tarifstreit Nachdruck verliehen. Unter dem Motto „Wir lassen uns nicht ausbooten“ bastelten sie Schiffchen aus Zeitungspapier und ließen sie im Brunnen zu Wasser. Die Journalistengewerkschaften DJV und dju in Verdi fordern 4,5 Prozent mehr Gehalt, für Volontäre und Berufseinsteiger 200 Euro im Monat. „Der Journalismus darf nicht untergehen“, war auf einem der Plakate zu lesen. Durch Kürzungen und Reallohnverluste in den vergangenen Jahren werde der Beruf immer unattraktiver, kritisieren die Streikenden. Damit sei auf Dauer auch das hohe Gut der Pressefreiheit in Gefahr.  Bild: Markus Prosswitz 29MAY18 / masterpress (Bild ist honorarpflichtig - No Model Release!)  BILD- ID 00064 | (Markus Proßwitz / masterpress)

Mannheim. 29.05.18 | Paradeplatz. MM Redakteure Streiken. Mit einer Aktion auf dem Paradeplatz haben knapp 30 streikende Redakteure des Mannheimer Morgen am Vormittag ihren Forderungen im aktuellen Tarifstreit Nachdruck verliehen. Unter dem Motto „Wir lassen uns nicht ausbooten“ bastelten sie Schiffchen aus Zeitungspapier und ließen sie im Brunnen zu Wasser. Die Journalistengewerkschaften DJV und dju in Verdi fordern 4,5 Prozent mehr Gehalt, für Volontäre und Berufseinsteiger 200 Euro im Monat. „Der Journalismus darf nicht untergehen“, war auf einem der Plakate zu lesen. Durch Kürzungen und Reallohnverluste in den vergangenen Jahren werde der Beruf immer unattraktiver, kritisieren die Streikenden. Damit sei auf Dauer auch das hohe Gut der Pressefreiheit in Gefahr. Bild: Markus Prosswitz 29MAY18 / masterpress (Bild ist honorarpflichtig – No Model Release!) BILD- ID 00064 | (Markus Proßwitz / masterpress)

Warnstreikwelle in Zeitungsredaktionen erreicht Baden-Württemberg – Reallohnsteigerung jetzt

Die seit Pfingsten laufende bundesweite Warnstreikwelle von Zeitungsredaktionen wird ab heute auch von Journalistinnen und Journalisten aus Baden-Württemberg verstärkt. Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 4. Juni werden mehr als 300 Tageszeitungsredakteure im Land ihrer Forderung nach einer Reallohnsteigerung Nachdruck verschaffen.

„Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist erschöpft“, kommentiert der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, die Warnstreiks in fast 20 Redaktionen des Südwestens. Falls es am Montag nächster Woche nicht zu einem akzeptablen Tarifkompromiss komme, so Heim weiter, werde Baden-Württemberg die Urabstimmung beantragen. Die deutsche journalistinnen und journalisten union (dju in ver.di) hat für den 5. Juni vorsorglich ihre Bundes-Tarifkommission zusammengerufen, die das Scheitern der Verhandlungen erklären kann.

„Nach fünf Verhandlungsrunden in denen die Zeitungs-Arbeitgeber mit ihren Angeboten immer weit unterhalb der Inflationsrate blieben, verlangen die Streikenden jetzt eine echte Reallohnsteigerung“, erläutert Heim die Ausgangslage vor der sechsten Verhandlungsrunde, die am kommenden Montag in Berlin stattfindet. Nach den Tarifabschlüssen dieses Jahres sei es nicht mehr vermittelbar, wenn die Arbeitgeber eine angemessene Gehaltssteigerung weiter verweigerten.

In den vergangenen zehn Tagen hatten bereits Redaktionen in Norddeutschland, Bayern und Nordrhein-Westfalen gestreikt, die ihre Aktionen jetzt mit Unterstützung aus Baden-Württemberg fortsetzen werden. Die Journalistengewerkschaften hatten Gehaltserhöhungen von 4,5 Prozent gefordert; die Arbeitgeber hatten zuletzt 1,7 und 1,5 Prozent für eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren geboten.

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